In Tierhaltungsanlagen entstehen typischerweise eine Vielzahl an Schadgasen und Luftbelastungen, die sowohl die Gesundheit von Tieren und Menschen als auch die Funktionsfähigkeit technischer Anlagen erheblich beeinträchtigen. Ammoniak, Schwefelwasserstoff und organische Stäube gehören zu den häufigsten Luftproblemen in der Tierhaltung. Die Belastungen variieren je nach Tierart, Haltungssystem und Lüftungskonzept erheblich. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Luftqualität, Schadgase und Lösungsansätze für Stallgebäude.
Welche Schadgase entstehen typischerweise in Ställen?
In Ställen entstehen vor allem Ammoniak (NH₃), Schwefelwasserstoff (H₂S), Methan (CH₄) und Kohlendioxid (CO₂) als Hauptschadgase. Diese Verbindungen entstehen durch mikrobiellen Abbau von Gülle, Kot und organischen Rückständen. Ammoniak ist dabei das mengenmäßig bedeutendste und am häufigsten gemessene Schadgas in der Tierhaltung.
Die genaue Zusammensetzung der Stallluft hängt stark von der gehaltenen Tierart ab. In der Schweinehaltung dominieren Ammoniak und Schwefelwasserstoff, während in der Geflügelhaltung neben Ammoniak auch Stäube und Bioaerosole eine besondere Rolle spielen. In Rinderbetrieben treten zusätzlich erhöhte Methankonzentrationen auf, die im Kontext des Klimaschutzes zunehmend Beachtung finden.
Neben diesen anorganischen Gasen entstehen in Ställen auch flüchtige organische Verbindungen (VOC), darunter Mercaptane und andere schwefelhaltige Verbindungen, die für den charakteristischen Stallgeruch verantwortlich sind. Diese Verbindungen sind selbst in sehr geringen Konzentrationen geruchsintensiv und können auf empfindliche Elektronik korrosiv wirken.
Wie hoch sind die Schadstoffkonzentrationen in Tierhaltungsanlagen?
Die Schadstoffkonzentrationen in Tierhaltungsanlagen schwanken je nach Tierbestand, Jahreszeit und Lüftungssituation erheblich. Ammoniakwerte zwischen 10 und 50 ppm sind in schlecht belüfteten Ställen keine Seltenheit, wobei Spitzenwerte bei der Güllebearbeitung deutlich höher ausfallen können. Schwefelwasserstoff tritt in der Regel in niedrigeren, aber hochgiftigen Konzentrationen auf.
Für den Arbeitsschutz gelten in Deutschland festgelegte Grenzwerte. Der Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) für Ammoniak liegt bei 20 ppm als Acht-Stunden-Mittelwert. In der Praxis werden diese Werte in schlecht belüfteten oder überbelegten Ställen regelmäßig überschritten, besonders in den Wintermonaten, wenn die natürliche Lüftung reduziert wird, um Wärmeverluste zu minimieren.
Für empfindliche Elektronik gelten weitaus strengere Grenzwerte. Die internationale Norm ANSI/ISA-71.04-2013 definiert Korrosivitätsklassen für elektronische Umgebungen, wobei bereits sehr geringe Gaskonzentrationen im Bereich weniger ppb (parts per billion) zu messbaren Schäden an Steuerungstechnik führen können. Stallumgebungen überschreiten diese Grenzwerte typischerweise um ein Vielfaches.
Welche Schäden verursachen Stallgase an Elektronik und Steuerungstechnik?
Stallgase, insbesondere Ammoniak, Schwefelwasserstoff und organische Schwefelverbindungen, verursachen an Elektronik und Steuerungstechnik erhebliche Korrosionsschäden. Kupfer- und Silberkontakte oxidieren unter dem Einfluss dieser Gase, was zu Leitfähigkeitsverlusten, Kurzschlüssen und schließlich zum Totalausfall von Steuereinheiten führt.
Moderne Tierhaltungsanlagen sind in hohem Maß von Steuerungstechnik abhängig. Klimacomputer, Fütterungsautomaten, Sensorik für Temperatur und Luftfeuchte sowie Beleuchtungssteuerungen sind dauerhaft der aggressiven Stallluft ausgesetzt. Ausfälle dieser Systeme können nicht nur kostspielige Reparaturen nach sich ziehen, sondern im schlimmsten Fall das Wohlbefinden und die Sicherheit der gehaltenen Tiere gefährden.
Anlagenhersteller schließen häufig Garantieleistungen für Elektronik aus, die einer Luftbelastung oberhalb der Korrosivitätsklasse G1 nach ANSI/ISA ausgesetzt war. Das bedeutet in der Praxis, dass Betreiber von Tierhaltungsanlagen bei Elektronikschäden durch Stallgase oft auf den Kosten sitzen bleiben, wenn kein geeigneter Korrosionsschutz vorhanden ist.
Welche Gesundheitsrisiken entstehen durch schlechte Stallluft?
Schlechte Stallluft stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko für Landwirte, Stallpersonal und Tiere dar. Ammoniak reizt Atemwege, Augen und Schleimhäute, während Schwefelwasserstoff selbst in geringen Konzentrationen zu Kopfschmerzen, Schwindel und bei höheren Dosen zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen kann. Chronische Exposition erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen erheblich.
Gesundheitsrisiken für Menschen
Landwirte und Stallarbeiter, die täglich in Tierhaltungsanlagen arbeiten, sind einem deutlich erhöhten Risiko für Atemwegserkrankungen ausgesetzt. Studien aus dem Bereich der Arbeitsmedizin zeigen, dass chronische Exposition gegenüber Stallluft mit einem erhöhten Auftreten von Asthma, chronischer Bronchitis und anderen obstruktiven Lungenerkrankungen verbunden ist. Bioaerosole, also luftgetragene Mikroorganismen und deren Bestandteile, spielen dabei eine besondere Rolle.
Gesundheitsrisiken für Tiere
Auch für die gehaltenen Tiere hat die Luftqualität im Stall direkte Auswirkungen auf Gesundheit und Leistung. Erhöhte Ammoniakkonzentrationen schädigen die Atemwegsschleimhäute von Schweinen und Geflügel, was die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten erhöht. In der Geflügelhaltung gelten bereits Ammoniakwerte über 20 ppm als tierschutzrelevant. Schlechte Luftqualität führt nachweislich zu schlechterer Futteraufnahme, reduziertem Wachstum und höherer Sterblichkeit.
Wie lässt sich die Luftqualität in Tierhaltungsanlagen messen?
Die Luftqualität in Tierhaltungsanlagen lässt sich mit verschiedenen Messmethoden erfassen, von einfachen Prüfröhrchen für Einzelmessungen bis hin zu kontinuierlichen Monitoring-Systemen. Für eine erste Einschätzung der Korrosivitätsbelastung eignen sich sogenannte Korrosions-Klassifizierungs-Coupons besonders gut, da sie ohne aufwendige Messtechnik zuverlässige Ergebnisse liefern.
Für die systematische Überwachung der Stallluft stehen mehrere Ansätze zur Verfügung:
- Prüfröhrchen und Direktanzeigemessgeräte: Einfache, kostengünstige Methode für Stichprobenmessungen einzelner Gase wie Ammoniak oder Schwefelwasserstoff
- Elektrochemische Sensoren: Ermöglichen kontinuierliche Überwachung und Alarmierung bei Grenzwertüberschreitungen
- Korrosions-Klassifizierungs-Coupons (CCC): Metallplättchen, die über einen definierten Zeitraum der Stallluft ausgesetzt werden und anschließend laboranalytisch ausgewertet werden, um das Korrosionspotenzial zu bestimmen
- Kontinuierliche Korrosivitätsmessgeräte: Systeme wie der OnGuard 4000 erfassen den Korrosionsfilmaufbau in Echtzeit und sind besonders für den Schutz elektronischer Steuerräume geeignet
Die Wahl der Messmethode hängt von der Zielsetzung ab. Für den Arbeitsschutz stehen Grenzwerte im ppm-Bereich im Vordergrund, während für den Schutz von Elektronik deutlich empfindlichere Messverfahren im ppb-Bereich erforderlich sind.
Welche Lösungen gibt es zur Luftreinigung in Stallgebäuden?
Zur Luftreinigung in Stallgebäuden stehen verschiedene technische Ansätze zur Verfügung, die sich je nach Anwendungsfall und Schutzbereich kombinieren lassen. Abluftwäscher, Biofilter und chemisorptive Filteranlagen gehören zu den wirksamsten Methoden, um Schadgase aus der Stallluft zu entfernen und sowohl Menschen als auch Elektronik zu schützen.
Für die Behandlung der Abluft aus dem gesamten Stallgebäude haben sich folgende Verfahren bewährt:
- Saure Abluftwäscher: Besonders effektiv bei der Ammoniakabscheidung durch Absorption in saurer Waschflüssigkeit
- Biofilter: Nutzen mikrobielle Prozesse zum Abbau organischer Geruchsstoffe und sind bei niedrigen bis mittleren Schadgaskonzentrationen effektiv
- Mehrstufige Wäscher: Kombinieren verschiedene Wäscherstufen für eine breitere Wirkung gegen unterschiedliche Schadgase
- Chemisorptive Filteranlagen: Binden Schadgase durch chemische Reaktion irreversibel an das Filtermedium und eignen sich besonders für den Schutz sensibler Elektronikräume
Für den gezielten Schutz von Steuerungsräumen und Schaltkästen innerhalb von Tierhaltungsanlagen sind chemisorptive Lösungen besonders geeignet, da sie auch bei sehr geringen Gaskonzentrationen zuverlässig wirken und die Korrosivitätsklasse in der Umgebung empfindlicher Elektronik dauerhaft auf ein unbedenkliches Niveau senken.
Wie wir bei Dolge Systemtechnik Luftprobleme in der Tierhaltung lösen
Wir bei Dolge Systemtechnik sind seit 1987 auf chemisorptive Luftfilterung spezialisiert und bieten maßgeschneiderte Lösungen für die besonderen Herausforderungen der Tierhaltung. Unsere Expertise kombiniert fundiertes Wissen über Schadgase in der Landwirtschaft mit bewährter Filtertechnologie von Purafil, dem Weltmarktführer in der chemischen Gasphasenfiltration, für den wir als Master Distributor in Nordeuropa tätig sind.
Konkret unterstützen wir Betreiber von Tierhaltungsanlagen mit folgenden Leistungen:
- Luftanalyse und Korrosivitätsmessung: Mit dem Korrosions-Klassifizierungs-Coupon (CCC) ermitteln wir schnell und kostengünstig das tatsächliche Schadgaspotenzial in Ihrem Stall oder Steuerungsraum
- Chemisorptive Filteranlagen: Unsere Systeme wie der Purafil Deep Bed Scrubber (DBS) oder das Corrosive Air System (CAS) schützen Steuerungstechnik zuverlässig vor korrosiven Stallgasen
- Kontinuierliches Monitoring: Mit dem OnGuard 4000 überwachen wir die Korrosivität in Elektronikräumen dauerhaft und liefern Ihnen jederzeit aussagekräftige Messdaten
- Individuelle Beratung vor Ort: Wir kommen kostenlos und unverbindlich zu Ihnen, um uns ein genaues Bild Ihrer Situation zu machen und ein passendes Lösungskonzept zu entwickeln
- Filtermedien und Service: Wir liefern alle notwendigen Filtermedien und begleiten Sie langfristig, damit Ihr Schutzsystem dauerhaft zuverlässig arbeitet
Wenn Sie die Luftqualität in Ihrer Tierhaltungsanlage verbessern und Ihre Steuerungstechnik vor kostspieligen Korrosionsschäden schützen möchten, sprechen Sie uns gerne an. Kontaktieren Sie uns unter +49 (0) 5651-2273-0 oder schreiben Sie uns an mail@dolge-systemtechnik.de für eine kostenlose und unverbindliche Erstberatung.










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