Unsichtbare Gase stellen eine oft unterschätzte, aber reale Bedrohung für Schaltanlagen dar. Diese gasförmigen Schadstoffe wie Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder Chlorgas greifen elektronische Komponenten an und verursachen Korrosionsschäden, die zu kostspieligen Ausfällen führen können. Die Gefahr ist besonders tückisch, weil du die Schäden oft erst bemerkst, wenn es bereits zu spät ist und die Steuerelektronik versagt.
Welche unsichtbaren Gase bedrohen deine Schaltanlagen täglich?
Die häufigsten gasförmigen Schadstoffe in industriellen Umgebungen sind Schwefelwasserstoff (H2S), Ammoniak (NH3), Chlorgas (Cl2), Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxide. Diese Gase entstehen bei verschiedenen Produktionsprozessen und greifen gezielt metallische Kontakte und Leiterplatten an. Bereits geringe Konzentrationen reichen aus, um elektronische Komponenten dauerhaft zu schädigen.
Schwefelwasserstoff entsteht besonders in der Papierindustrie, bei Abwasserbehandlungsanlagen und in petrochemischen Betrieben. Das Gas riecht nach faulen Eiern, aber schon bei geringen Konzentrationen gewöhnst du dich an den Geruch und nimmst die Gefahr nicht mehr wahr. Schwefelwasserstoff reagiert mit Kupfer und Silber in elektronischen Kontakten und bildet schwarze Sulfidschichten, die den elektrischen Widerstand erhöhen.
Ammoniak findest du häufig in der Lebensmittelindustrie, bei Kühlsystemen und in der chemischen Produktion. Dieses Gas greift besonders Kupferverbindungen an und kann binnen weniger Wochen zu Kontaktproblemen führen. Chlorgas wird in der Wasseraufbereitung und Papierbleiche eingesetzt und ist extrem aggressiv gegenüber allen metallischen Oberflächen.
Die Entstehungsquellen sind vielfältig: Produktionsprozesse, Lagerung chemischer Stoffe, Abwasserbehandlung, aber auch externe Quellen wie Verkehr oder benachbarte Industrieanlagen. Selbst scheinbar harmlose Bereiche wie Bürogebäude können betroffen sein, wenn sie in der Nähe von Emissionsquellen liegen.
Wie erkennt man Gaskorrosion an Schaltanlagen, bevor es zu spät ist?
Früherkennung von Gaskorrosion gelingt durch regelmäßige Sichtkontrollen, Korrosionsmessungen und Überwachung der Luftqualität. Warnsignale sind Verfärbungen an Kontakten, erhöhte Fehlermeldungen, intermittierende Störungen und ungewöhnliche Gerüche. Korrosions-Test-Kupons bieten eine einfache Methode zur Überwachung der Luftbelastung und zeigen Probleme auf, bevor sie kritisch werden.
Bei der Sichtkontrolle achtest du auf Verfärbungen an Kupferkontakten. Grünliche oder schwarze Beläge sind deutliche Anzeichen für Korrosion. Silberkontakte werden bei Schwefelwasserstoffbelastung schwarz, während Chlorgas zu weißlichen oder grünlichen Ablagerungen führt. Diese Verfärbungen siehst du oft zuerst an den am stärksten exponierten Stellen wie Klemmen und offenen Kontakten.
Elektronische Störungen sind oft die ersten funktionalen Anzeichen. Intermittierende Ausfälle, erhöhte Kontaktwiderstände oder sporadische Fehlermeldungen können auf beginnende Korrosionsschäden hinweisen. Wenn Steuerungen ohne erkennbaren Grund häufiger neu gestartet werden müssen oder Sensoren unplausible Werte liefern, solltest du die Luftqualität prüfen.
Korrosions-Klassifizierungs-Kupons (CCC) sind kleine Testplättchen aus verschiedenen Metallen, die du in kritischen Bereichen aufstellst. Nach einer definierten Zeit analysierst du die Gewichtszunahme oder Verfärbung. Diese Methode zeigt dir objektiv, welche Korrosionsklasse in deiner Anlage herrscht und ob Handlungsbedarf besteht.
Kontinuierliche Überwachungssysteme wie der OnGuard 4000 messen permanent den Korrosionsfilmaufbau und warnen dich vor kritischen Werten. Diese Geräte arbeiten nach dem Prinzip der elektrochemischen Korrosionsmessung und liefern Echtzeitdaten über die Luftqualität.
Was passiert mit der Elektronik, wenn gasförmige Schadstoffe ungehindert wirken?
Gasförmige Schadstoffe führen zu verschiedenen Korrosionsarten: Kontaktkorrosion erhöht Widerstände, Lochfraßkorrosion zerstört Leiterbahnen und galvanische Korrosion greift unterschiedliche Metalle an. Die Folgen reichen von sporadischen Störungen über Funktionsausfälle bis zum Totalschaden der Industrieelektronik. Besonders kritisch sind schleichende Prozesse, die über Monate unbemerkt die Betriebssicherheit untergraben.
Der Schadensmechanismus beginnt meist an den exponiertesten Stellen. Gasförmige Schadstoffe reagieren mit metallischen Oberflächen und bilden Korrosionsprodukte. Bei Kupferkontakten entstehen durch Schwefelwasserstoff schwarze Kupfersulfidschichten, die den elektrischen Widerstand dramatisch erhöhen können. Ein Kontakt mit ursprünglich wenigen Milliohm Widerstand kann binnen Wochen mehrere Ohm erreichen.
Lochfraßkorrosion ist besonders heimtückisch, weil sie punktuell auftritt und Leiterbahnen komplett durchtrennen kann. Chlorgas verursacht diese Art der Korrosion bevorzugt und kann dünne Kupferleitungen innerhalb kurzer Zeit zerstören. Die betroffenen Stellen sind oft so klein, dass du sie mit bloßem Auge kaum erkennst.
Galvanische Korrosion tritt auf, wenn verschiedene Metalle in Anwesenheit von Feuchtigkeit und korrosiven Gasen miteinander reagieren. In elektronischen Schaltungen findest du oft Kombinationen aus Kupfer, Silber, Gold und Aluminium. Die unterschiedlichen elektrochemischen Potentiale führen zu Materialwanderung und können Kontakte komplett zerstören.
Die Auswirkungen auf die Betriebssicherheit sind gravierend. Erhöhte Kontaktwiderstände führen zu Spannungsabfällen, Signalverfälschungen und Überhitzung. Steuerungen können falsche Befehle ausgeben oder komplett ausfallen. In sicherheitskritischen Anwendungen gefährdet das Menschenleben und kann zu enormen wirtschaftlichen Schäden führen.
Welche Schutzmaßnahmen funktionieren wirklich gegen gasförmige Bedrohungen?
Wirksame Schutzmaßnahmen umfassen Raumabdichtung, kontrollierte Belüftung mit gefilterter Zuluft und chemisorptive Luftfilterung. Die Auswahl der richtigen Maßnahme hängt von der Gasart, der Konzentration und den räumlichen Gegebenheiten ab. Kombinierte Lösungen aus mehreren Ansätzen bieten den besten Schutz, während Einzelmaßnahmen oft nicht ausreichen.
Raumabdichtung ist die erste Verteidigungslinie. Du versiegelst alle Öffnungen, durch die kontaminierte Luft eindringen kann. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Kabeleinführungen, Türspalte und Lüftungsöffnungen. Eine gute Abdichtung reduziert den Schadstoffeintrag erheblich, kann aber nie hundertprozentig dicht sein.
Kontrollierte Belüftung mit Überdruck verhindert das Eindringen kontaminierter Außenluft. Du führst gefilterte Außenluft zu und erzeugst einen leichten Überdruck im Schutzraum. Die Zuluft muss dabei durch geeignete Filter gereinigt werden. Aktivkohlefilter entfernen organische Schadstoffe, während imprägnierte Filter auch anorganische Gase wie Schwefelwasserstoff oder Ammoniak neutralisieren.
Chemisorptive Luftfilterung ist die effektivste Methode gegen gasförmige Schadstoffe. Im Gegensatz zur einfachen Adsorption werden die Schadstoffe chemisch gebunden und neutralisiert. Speziell imprägnierte Medien reagieren gezielt mit bestimmten Gasarten und wandeln sie in harmlose Verbindungen um. Diese Technik funktioniert auch bei hohen Luftfeuchtigkeiten zuverlässig.
Umluftanlagen reinigen kontinuierlich die Raumluft und entfernen bereits eingedrungene Schadstoffe. Sie arbeiten unabhängig von der Außenluftqualität und können auch in schlecht zugänglichen Bereichen installiert werden. Moderne Systeme überwachen automatisch die Filterbeladung und warnen vor notwendigen Filterwechseln.
Die Auswahl der richtigen Schutzmaßnahme erfordert eine genaue Analyse der Schadstoffsituation. Bei niedrigen Konzentrationen können einfache Aktivkohlefilter ausreichen. Hohe Gasbelastungen erfordern Deep-Bed-Scrubber mit mehreren Filterstufen. In kritischen Anwendungen kombinierst du verschiedene Technologien für maximale Sicherheit.
Wie Dolge Systemtechnik vor unsichtbaren Gasgefahren schützt
Wir bieten umfassende Lösungen für den Schutz vor gasförmigen Schadstoffen durch chemisorptive Luftfilterung, präzise Mess- und Analyseverfahren sowie maßgeschneiderte Schutzsysteme. Unser ganzheitlicher Ansatz umfasst die Bewertung der Luftqualität, die Auswahl geeigneter Filtertechnologien und die kontinuierliche Überwachung der Schutzwirkung.
Unsere Produktpalette deckt alle Anwendungsbereiche ab:
- Positive Pressurization Units (PPU) für den gezielten Schutz einzelner Schaltschränke und elektronischer Geräte
- Corrosive Air Systems (CAS) für die Umluftfiltration in kontaminierten Räumen
- Deep Bed Scrubber (DBS) für hohe Gaskonzentrationen in der Industrie
- Corrosion Classification Coupons (CCC) für die einfache Überwachung der Luftqualität
- OnGuard-4000-Überwachungssysteme für kontinuierliche Korrosivitätsmessung
Unser Service beginnt mit einer kostenlosen und unverbindlichen Analyse deiner Situation. Wir kommen gerne vor Ort, um die spezifischen Herausforderungen zu bewerten und die optimale Lösung zu entwickeln. Dabei berücksichtigen wir sowohl die aktuellen Probleme als auch zukünftige Anforderungen.
Als Master Distributor für Purafil in Nordeuropa verfügen wir über jahrzehntelange Erfahrung und Zugang zu den neuesten Technologien der Gasphasenfiltration. Unser eigenes chemisches Labor unterstützt die Medienanalyse und die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen.
Schütze deine Anlagen vor unsichtbaren Gefahren. Kontaktiere uns unter +49 (0) 5651-2273-0 oder mail@dolge-systemtechnik.de für eine kostenlose Beratung und Luftqualitätsbewertung. Gemeinsam entwickeln wir die passende Lösung für deine spezifischen Anforderungen.










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