Korrosion frühzeitig zu erkennen, bedeutet Produktionsausfälle und teure Totalschäden zu vermeiden. Die wichtigsten Anzeichen sind Verfärbungen an elektronischen Bauteilen, unerklärliche Systemfehler und zunehmende Leistungseinbußen. Mit gezielten Messverfahren wie Korrosionsklassifizierungs-Coupons oder kontinuierlichen Überwachungssystemen kannst du das Risiko in deiner Umgebung bestimmen und rechtzeitig handeln, bevor Korrosion deine Steuerelektronik beschädigt.
Was ist Korrosion und warum ist sie für Elektronik gefährlich?
Korrosion ist eine chemische Reaktion, bei der Metalle durch gasförmige Schadstoffe in der Luft angegriffen und zerstört werden. Bei elektronischen Komponenten reagieren besonders Kupfer und andere Leitermetalle mit Schwefelwasserstoff, Chlor, Stickoxiden oder schwefelhaltigen Gasen. Diese Reaktion bildet nicht leitende Schichten auf den Kontakten und Leiterbahnen, die den Stromfluss behindern oder vollständig unterbrechen.
Anders als mechanischer Verschleiß passiert Korrosion oft unsichtbar und schleichend. Du siehst die Schäden erst, wenn sie bereits fortgeschritten sind. Die gasförmigen Kontaminationen dringen in Schaltschränke und Steuereinheiten ein, selbst wenn diese scheinbar gut geschützt sind. Dort setzen sie sich auf den empfindlichen Bauteilen ab und starten den Korrosionsprozess.
Die Folgen sind gravierend. Produktionsanlagen fallen ungeplant aus, weil die Steuerelektronik ihren Dienst versagt. Solche Ausfälle kosten nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Summen durch Produktionsverluste und Reparaturen. In vielen Fällen führt Korrosion zum Totalausfall teurer Komponenten, die komplett ersetzt werden müssen. Besonders problematisch ist, dass viele Anlagenhersteller keine Garantie für Elektronik übernehmen, die einer Luftbelastung über dem internationalen Standard G1 (ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013) ausgesetzt war.
Welche Anzeichen deuten auf beginnende Korrosion hin?
Die ersten Warnsignale für Korrosion sind oft subtil, aber erkennbar. Verfärbungen an Leiterplatten und Kontakten gehören zu den deutlichsten visuellen Hinweisen. Du siehst grünliche, bräunliche oder schwarze Beläge auf Kupferoberflächen, die sich nicht einfach abwischen lassen. Diese Verfärbungen sind bereits Korrosionsprodukte und zeigen, dass die chemische Reaktion läuft.
Funktionale Warnsignale sind mindestens genauso wichtig:
- Unerklärliche Systemfehler, die sporadisch auftreten und sich nicht reproduzieren lassen
- Zunehmende Ausfälle von Sensoren oder Messgeräten ohne erkennbare mechanische Ursache
- Leistungseinbußen bei der Steuerung, längere Reaktionszeiten oder fehlerhafte Messwerte
- Häufigere Neustarts oder Abstürze von Steuerungssystemen
- Kontaktprobleme an Steckverbindungen, die sich durch Reinigen nur kurzzeitig beheben lassen
In industriellen Umgebungen solltest du besonders aufmerksam sein bei Schaltschränken in der Nähe von Produktionsprozessen, die Gase freisetzen. Bereiche mit hoher Luftfeuchtigkeit beschleunigen Korrosion zusätzlich. Auch Lüftungsöffnungen und Kabeleinführungen sind anfällige Stellen, weil dort kontaminierte Luft eindringen kann. Wenn du in deiner Anlage einen schwefeligen oder chemischen Geruch wahrnimmst, ist das ein deutliches Zeichen für gasförmige Schadstoffe in der Luft.
Wie kann man das Korrosionsrisiko in der eigenen Umgebung messen?
Das Korrosionsrisiko lässt sich mit verschiedenen Methoden bestimmen, die von einfachen Testverfahren bis zu kontinuierlichen Überwachungssystemen reichen. Korrosionsklassifizierungs-Coupons sind eine praktische und kostengünstige Methode für die Erstanalyse. Diese kleinen Testplättchen aus verschiedenen Metallen werden für einen definierten Zeitraum in der zu untersuchenden Umgebung platziert. Nach der Exposition werden sie im Labor analysiert, um den Korrosionsfilmaufbau zu messen.
Die Bewertung erfolgt nach der ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013, die vier Korrosivitätsklassen definiert:
- G1 (mild): Geringe Korrosionsgefahr, keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich
- G2 (moderat): Erhöhtes Risiko, Schutzmaßnahmen empfohlen
- G3 (hart): Hohes Risiko, Schutzmaßnahmen dringend notwendig
- GX (schwer): Extrem korrosive Umgebung, umfassende Schutzmaßnahmen zwingend erforderlich
Für eine kontinuierliche Überwachung eignen sich elektronische Messsysteme, die den Korrosionsfilmaufbau in Echtzeit erfassen. Diese Geräte messen den Widerstand spezieller Sensoren, der sich durch Korrosion verändert. So erkennst du Probleme sofort und kannst reagieren, bevor deine Produktionsanlagen Schaden nehmen. Eine Risikoeinschätzung für deine Umgebung sollte auch die Art der Produktionsprozesse, verwendete Chemikalien und die Nähe zu Schadstoffquellen berücksichtigen.
Welche Branchen sind besonders von Korrosion betroffen?
Die Papierindustrie gehört zu den am stärksten betroffenen Branchen. Bei der Zellstoffherstellung und Papierproduktion entstehen schwefelhaltige Gase wie Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxid. Diese Gase sind extrem aggressiv gegenüber elektronischen Komponenten. Die Steuerung von Hochleistungs-Papiermaschinen ist besonders gefährdet, weil sie sich oft in unmittelbarer Nähe zur Produktion befindet. Ein Ausfall der Steuerelektronik führt hier zu kostspieligen Produktionsstillständen.
In der Metallurgie werden bei Schmelz- und Verarbeitungsprozessen verschiedene aggressive Gase freigesetzt. Chloride, Fluoride und säurehaltige Dämpfe greifen die Elektronik an. Die hohen Temperaturen verstärken die Korrosionsprozesse zusätzlich. Hier geht es nicht nur um Produktionsausfälle, sondern auch um Sicherheit, weil defekte Steuerungen in dieser Umgebung gefährliche Situationen schaffen können.
Die Petrochemie arbeitet mit einer Vielzahl korrosiver Substanzen. Schwefelverbindungen, Kohlenwasserstoffe und andere Prozessgase schaffen eine aggressive Atmosphäre für Steuerelektronik. Die Komplexität der Anlagen und die Notwendigkeit präziser Prozesskontrolle machen zuverlässige Elektronik hier besonders wichtig.
In der Abwassertechnik entsteht durch biologische Abbauprozesse Schwefelwasserstoff, der zu den aggressivsten Gasen für Elektronik gehört. Kommunale Kläranlagen und Pumpstationen kämpfen regelmäßig mit Korrosionsproblemen an ihrer Steuerungstechnik.
Rechenzentren mögen auf den ersten Blick weniger gefährdet erscheinen, aber auch hier kann Korrosion zum Problem werden. Luftverschmutzung von außen, Ausgasungen von Baumaterialien oder nahegelegene Industrieanlagen können die Luftqualität beeinträchtigen. Bei der Dichte an teurer Hardware in Rechenzentren können selbst geringe Korrosionsraten erhebliche Schäden verursachen.
Welche präventiven Maßnahmen schützen vor Korrosionsschäden?
Luftreinigung durch Filtration ist die wirksamste Präventionsmaßnahme. Chemisorptive Filter entfernen gasförmige Schadstoffe aus der Luft, bevor sie die Elektronik erreichen können. Anders als mechanische Filter, die nur Partikel zurückhalten, binden chemisorptive Medien die Schadgase chemisch und neutralisieren sie. Du kannst solche Systeme sowohl für die Zuluft von Schaltschränken als auch für ganze Räume einsetzen.
Regelmäßige Überwachung hilft dir, Probleme frühzeitig zu erkennen. Installiere Messsysteme an kritischen Stellen und führe periodische Kontrollen mit Testcoupons durch. So siehst du Trends und kannst reagieren, bevor Schäden entstehen. Dokumentiere die Messergebnisse, um die Entwicklung über Zeit zu verfolgen.
Praktische Schutzmaßnahmen für deine Steuerelektronik umfassen:
- Positive Überdruckbelüftung in Schaltschränken mit gefilterter Luft
- Dichtungen an Schaltschränken regelmäßig prüfen und erneuern
- Kabeleinführungen sorgfältig abdichten
- Elektronik räumlich von Schadstoffquellen trennen, wo möglich
- Klimatisierung zur Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit
Die Integration von Korrosionsschutz in bestehende Prozesse muss nicht kompliziert sein. Beginne mit einer Risikoanalyse, um die kritischsten Bereiche zu identifizieren. Setze dort zuerst Schutzmaßnahmen um, wo die Auswirkungen von Ausfällen am größten wären. Viele Filterlösungen lassen sich nachrüsten, ohne dass du bestehende Anlagen grundlegend umbauen musst.
Wie wir bei Korrosion helfen
Wir bieten dir umfassende Lösungen für Korrosionserkennung und -prävention, die auf über 25 Jahren Erfahrung basieren. Unser Ansatz beginnt mit einer gründlichen Analyse deiner spezifischen Situation.
Unsere Mess- und Analysesysteme:
- Corrosion-Classification-Coupon (CCC): Kostengünstige und schnelle Methode zur Bestimmung des Korrosionspotenzials in deiner Umgebung. Du erhältst aussagekräftige Ergebnisse und fachkundige Beratung ohne teure Messgeräte vor Ort.
- OnGuard 4000: Kontinuierliches Überwachungssystem, das den Korrosionsfilmaufbau in Echtzeit erfasst. Entspricht der überarbeiteten ANSI/ISA Norm und warnt dich frühzeitig vor kritischen Entwicklungen.
Unsere chemisorptiven Luftfilteranlagen:
- Positive Pressurization Unit (PPU): Schützt sensible Elektronik durch gefilterte Überdruckbelüftung
- Corrosive Air System (CAS): Umluftanlage für kontinuierliche Luftreinigung in Elektronikräumen
- Deep Bed Scrubber (DBS): Hochleistungssystem für extrem korrosive Umgebungen mit hohen Gaskonzentrationen
Diese Systeme nutzen Chemisorption, um Schadstoffe nicht nur festzuhalten, sondern chemisch zu neutralisieren. Das garantiert hohe Wirksamkeit und schützt deine Steuerelektronik zuverlässig.
Unser Service ist für dich kostenlos und unverbindlich. Wir kommen gerne zu dir vor Ort, um uns einen Überblick über deine individuellen Herausforderungen zu verschaffen. Gemeinsam entwickeln wir eine maßgeschneiderte Lösung, die deine Elektronik langfristig schützt und kostspielige Ausfälle verhindert. Kontaktiere uns unter +49 (0) 5651-2273-0 oder mail@dolge-systemtechnik.de.










Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen