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Welche präventiven Maßnahmen gibt es gegen Korrosion?

Präventive Maßnahmen gegen Korrosion schützen Anlagen, Elektronik und Infrastruktur vor schädlichen chemischen Reaktionen. Wirksame Strategien umfassen Luftreinigung durch Filtration, Klimakontrolle, Beschichtungen, geeignete Materialauswahl und systematisches Umgebungsmanagement. Besonders in industriellen Umgebungen mit gasförmigen Schadstoffen ist chemisorptive Luftfilterung eine hocheffektive Methode, um Korrosionsschäden an sensiblen Steuerungssystemen zu verhindern. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen zum Korrosionsschutz.

Was ist Korrosion und warum ist sie ein Problem?

Korrosion ist eine chemische oder elektrochemische Reaktion, bei der Materialien durch Umgebungseinflüsse zerstört werden. Metalle reagieren mit Sauerstoff, Feuchtigkeit oder gasförmigen Schadstoffen und verlieren dabei ihre Struktur und Funktion. In industriellen Umgebungen führt Korrosion zu Produktionsausfällen, beschädigter Elektronik und hohen Reparaturkosten.

Gasförmige Korrosion stellt eine besondere Gefahr dar, weil sie oft unsichtbar bleibt, bis der Schaden bereits entstanden ist. Aggressive Gase wie Schwefelwasserstoff, Chlor oder Ammoniak greifen elektronische Bauteile, Leiterplatten und Kontakte an. Die Folge sind Funktionsstörungen, Kurzschlüsse oder komplette Ausfälle von Steuerungssystemen.

In sensiblen Bereichen wie Rechenzentren, Steuerräumen oder Produktionsanlagen kann ein Ausfall durch Korrosion katastrophale Folgen haben. Produktionsstillstände kosten nicht nur Geld, sondern gefährden auch Lieferketten und Kundenbeziehungen. Deshalb ist der Schutz vor Korrosion keine optionale Maßnahme, sondern eine notwendige Investition in die Betriebssicherheit.

Welche Arten von Korrosion gibt es in der Industrie?

In industriellen Umgebungen treten verschiedene Korrosionsarten auf, die jeweils unterschiedliche Ursachen haben und spezifische Schutzmaßnahmen erfordern. Die drei Hauptformen sind chemische Korrosion, elektrochemische Korrosion und gasförmige Korrosion.

Chemische Korrosion entsteht durch direkte Reaktion von Metallen mit chemischen Substanzen ohne Beteiligung von Elektrolyten. Diese Form tritt häufig bei hohen Temperaturen auf, beispielsweise in Hochöfen oder bei Verbrennungsprozessen.

Elektrochemische Korrosion benötigt einen Elektrolyten wie Wasser oder Feuchtigkeit. Zwei unterschiedliche Metalle oder unterschiedliche Bereiche desselben Metalls bilden eine galvanische Zelle, wodurch ein Stromfluss entsteht, der Material abträgt. Diese Form ist die häufigste in normalen Umgebungsbedingungen.

Gasförmige Korrosion wird durch aggressive Gase in der Umgebungsluft verursacht. Diese Form ist besonders gefährlich für Elektronik und Steuerungssysteme, weil die Gase unsichtbar sind und kontinuierlich auf empfindliche Bauteile einwirken.

Verschiedene Branchen sind unterschiedlich stark betroffen:

  • Papierindustrie: Schwefelverbindungen aus dem Herstellungsprozess greifen Steuerungselektronik an
  • Petrochemie: Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen bedrohen Prozessleittechnik
  • Metallurgie: Säuredämpfe und aggressive Gase gefährden Steuerungssysteme
  • Abwassertechnik: Schwefelwasserstoff und Ammoniak verursachen massive Korrosionsschäden
  • Chlorungsanlagen: Chlorgas ist hochaggressiv gegenüber Metallen und Elektronik

Wie erkennst du Korrosionsrisiken rechtzeitig?

Die Früherkennung von Korrosionsrisiken ist wichtig, weil Schäden oft schleichend entstehen und erst sichtbar werden, wenn bereits erhebliche Beeinträchtigungen vorliegen. Regelmäßige Luftqualitätsmessungen zeigen gasförmige Schadstoffe auf, bevor sie Schäden verursachen. Professionelle Messverfahren erfassen Schadstoffkonzentrationen und vergleichen sie mit Grenzwerten.

Die ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013 definiert internationale Standards für die Luftqualität in Umgebungen mit elektronischen Geräten. Diese Norm klassifiziert Umgebungen in verschiedene Korrosivitätsstufen von G1 (milde Korrosivität) bis GX (schwere Korrosivität). Viele Anlagenhersteller gewähren nur Garantie, wenn die Luftqualität den Standard G1 nicht überschreitet.

Praktische Methoden zur Früherkennung umfassen:

  • Korrosionscoupons: Testplättchen aus reaktiven Metallen zeigen durch Verfärbung oder Gewichtsverlust das Korrosionspotenzial an
  • Kontinuierliche Überwachungssysteme: Sensoren messen fortlaufend Schadstoffkonzentrationen und Korrosionsraten
  • Visuelle Inspektionen: Regelmäßige Kontrollen von Elektronikgehäusen und Schaltschränken auf Verfärbungen oder Ablagerungen
  • Klimadatenerfassung: Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussen Korrosionsgeschwindigkeit erheblich

Du solltest besonders aufmerksam sein, wenn in deiner Umgebung chemische Prozesse ablaufen, organische Materialien verarbeitet werden oder hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. In solchen Situationen sind regelmäßige Messungen alle drei bis sechs Monate sinnvoll.

Welche präventiven Maßnahmen schützen effektiv vor Korrosion?

Effektiver Korrosionsschutz kombiniert mehrere Strategien, die auf die spezifischen Risiken deiner Umgebung abgestimmt sind. Die wichtigsten präventiven Maßnahmen lassen sich in fünf Kategorien einteilen.

Luftreinigung durch Filtration entfernt gasförmige Schadstoffe aus der Umgebungsluft, bevor sie mit empfindlichen Oberflächen in Kontakt kommen. Chemisorptive Luftfilterung ist besonders wirksam, weil sie Schadstoffe nicht nur physisch zurückhält, sondern chemisch neutralisiert. Diese Methode eignet sich hervorragend für Umgebungen mit kontinuierlicher Schadstoffbelastung.

Klimakontrolle reguliert Temperatur und Luftfeuchtigkeit in kritischen Bereichen. Niedrige Luftfeuchtigkeit verlangsamt elektrochemische Korrosionsprozesse erheblich. Temperaturstabilität verhindert Kondensation, die Korrosion beschleunigt. Klimatisierte Räume mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit unter 50% bieten guten Basisschutz.

Schützende Beschichtungen bilden eine Barriere zwischen Material und Umgebung. Lackierungen, Verzinkungen oder spezielle Korrosionsschutzbeschichtungen verhindern direkten Kontakt mit aggressiven Substanzen. Diese Methode eignet sich besonders für Metallkonstruktionen und Gehäuse.

Materialauswahl berücksichtigt die Korrosionsbeständigkeit bereits in der Planungsphase. Edelstahl, Aluminium oder spezielle Legierungen widerstehen vielen korrosiven Umgebungen besser als normale Stähle. In besonders aggressiven Umgebungen können auch nichtmetallische Materialien wie Kunststoffe sinnvoll sein.

Umgebungsmanagement umfasst organisatorische Maßnahmen wie räumliche Trennung von Schadstoffquellen und sensibler Elektronik, Druckbeaufschlagung von Steuerräumen mit gefilterter Luft und regelmäßige Reinigung von Oberflächen. Diese Maßnahmen ergänzen technische Lösungen und erhöhen die Gesamtwirksamkeit.

Wie funktioniert Luftreinigung als Korrosionsschutz?

Luftreinigungssysteme schützen vor Korrosion, indem sie gasförmige Schadstoffe kontinuierlich aus der Umgebungsluft entfernen. Dadurch wird die Schadstoffkonzentration dauerhaft unter kritischen Grenzwerten gehalten. Die gereinigte Luft verhindert, dass aggressive Gase mit empfindlichen Oberflächen reagieren können.

Es gibt zwei grundlegende Filtrationsprinzipien mit unterschiedlicher Wirkweise:

Physische Adsorption bindet Schadstoffmoleküle an poröse Oberflächen wie Aktivkohle. Die Schadstoffe bleiben in den Poren haften, werden aber nicht chemisch verändert. Diese Methode funktioniert gut für organische Verbindungen, hat aber begrenzte Kapazität und kann bei Temperaturänderungen Schadstoffe wieder freisetzen.

Chemisorptive Filtration geht einen Schritt weiter. Spezielle Filtermedien reagieren chemisch mit den Schadstoffen und wandeln sie in ungefährliche Substanzen um. Schwefelwasserstoff wird beispielsweise zu Sulfat oxidiert, Ammoniak wird neutralisiert. Diese chemische Umwandlung ist dauerhaft und irreversibel, wodurch die Filtermedien höhere Kapazitäten erreichen und zuverlässiger arbeiten.

Luftreinigungssysteme werden typischerweise in zwei Betriebsarten eingesetzt:

  • Umluftbetrieb: Die Raumluft wird kontinuierlich durch Filter gereinigt und zurück in den Raum geführt
  • Zuluftbetrieb mit Überdruckbeaufschlagung: Gereinigte Außenluft wird in den Raum geblasen und erzeugt leichten Überdruck, der das Eindringen ungefilterter Luft verhindert

Anwendungsbereiche für Luftreinigung als Korrosionsschutz sind vielfältig:

  • Rechenzentren: Schutz von Servern und Netzwerkkomponenten vor gasförmigen Schadstoffen
  • Steuerräume: Sicherung von Prozessleittechnik in chemischen Anlagen oder Kraftwerken
  • Schaltschränke: Lokaler Schutz von Steuerungselektronik in aggressiven Produktionsumgebungen
  • Museen und Archive: Präventive Konservierung wertvoller Objekte durch Entfernung schädlicher Gase

Wie Dolge Systemtechnik bei Korrosion hilft

Wir haben uns auf chemisorptive Luftfilterung spezialisiert und bieten umfassende Lösungen für Korrosionsschutz in industriellen Umgebungen. Mit über 25 Jahren Erfahrung und tausenden umgesetzten Projekten verstehen wir die spezifischen Herausforderungen verschiedener Branchen.

Unser Ansatz geht über die bloße Installation von Filtersystemen hinaus:

  • Mess- und Analyseverfahren: Wir erfassen die tatsächliche Luftbelastung in deiner Umgebung mit Korrosionscoupons und kontinuierlichen Überwachungssystemen
  • Maßgeschneiderte Luftfilteranlagen: Basierend auf den Messergebnissen entwickeln wir individuelle Lösungskonzepte für Umluft- oder Zuluftbetrieb
  • Komplettes Spektrum an Filtermedien: Wir bieten spezialisierte chemisorptive Medien für unterschiedliche Schadstoffprofile
  • Langfristige Betreuung: Regelmäßige Wartung, Medientausch und Erfolgskontrolle sichern dauerhaften Schutz

Besonders in der Papierindustrie, Petrochemie, Metallurgie und Abwassertechnik schützen unsere Systeme Steuerungselektronik vor kostspieligen Ausfällen. Als Master Distributor von PURAFIL in Nordeuropa kombinieren wir weltweite Technologieführerschaft mit lokalem Service.

Unser Service ist für dich kostenlos und unverbindlich. Wir kommen gerne zu dir vor Ort, um uns einen Überblick über deine individuellen Herausforderungen zu verschaffen. Kontaktiere uns unter +49 (0) 5651-2273-0 oder mail@dolge-systemtechnik.de für eine professionelle Beratung und Vor-Ort-Analyse.

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    Andreas Peetz: Experte für Elektronik-Korrosion und Gase

    Andreas Peetz

    Leiter Innendienst

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