Elektronische Leiterplatten in Industrieschaltschrank mit Korrosionsspuren an Kupferleiterbahnen und Anschlüssen

Welche Gase greifen elektronische Bauteile in Schaltanlagen an?

Korrosive Gase greifen elektronische Bauteile durch chemische Reaktionen an, die Metalloberflächen oxidieren und Leiterbahnen beschädigen. Schwefeldioxid, Chlorgas, Ammoniak und Schwefelwasserstoff gehören zu den gefährlichsten Industriegasen für Schaltanlagen. Diese Gase entstehen in verschiedenen Produktionsprozessen und können bereits in geringen Konzentrationen teure Ausfälle verursachen. Hier erfährst du, wie du Gasschäden erkennst und deine Elektronik schützt.

Welche Gase greifen elektronische Bauteile am häufigsten an?

Schwefeldioxid (SO₂), Chlorgas (Cl₂), Ammoniak (NH₃) und Schwefelwasserstoff (H₂S) verursachen die meisten Korrosionsschäden an elektronischen Bauteilen. Diese korrosiven Gase reagieren mit Metalloberflächen und bilden aggressive Verbindungen, die Kontakte und Leiterbahnen angreifen.

Schwefeldioxid entsteht bei Verbrennungsprozessen und greift besonders Kupfer und Silber an. Du erkennst Schäden an grünlichen oder schwarzen Verfärbungen auf Kontakten. Chlorgas ist extrem aggressiv und korrodiert fast alle Metalle binnen kürzester Zeit.

Ammoniak bildet mit Kupfer charakteristische blaue Komplexe und macht Kontakte leitungsunfähig. Schwefelwasserstoff erzeugt dunkle Sulfidschichten auf Silberoberflächen. Zusätzlich schädigen Stickoxide (NOx) aus Dieselabgasen und verschiedene organische Dämpfe die empfindliche Elektronik in Schaltanlagen.

Wie entstehen korrosive Gase in verschiedenen Industriezweigen?

In der Papierindustrie entstehen Schwefelverbindungen beim Aufschluss von Holz, während die Metallurgie große Mengen Schwefeldioxid und Stickoxide freisetzt. Petrochemische Anlagen produzieren komplexe Gasmischungen mit hohem Korrosionspotenzial.

Papiermaschinen verwenden Chemikalien wie Natriumsulfid, die aggressive Gase bilden. Diese Dämpfe dringen in Schaltschränke ein und greifen die Steuerungselektronik an. In Stahlwerken entstehen bei Schmelzprozessen schwefelhaltige Gase, die selbst in geringen Konzentrationen Probleme verursachen.

Kläranlagen produzieren Schwefelwasserstoff und Ammoniak durch biologische Abbauprozesse. Rechenzentren in städtischen Gebieten leiden unter Dieselabgasen und Industrieemissionen. Selbst scheinbar saubere Umgebungen wie Museen können durch Ausgasungen von Baumaterialien oder Reinigungsmitteln korrosive Atmosphären entwickeln.

Welche Schäden verursachen korrosive Gase an Schaltanlagen konkret?

Korrosive Gase oxidieren Metalloberflächen, unterbrechen Leiterbahnen und erhöhen Übergangswiderstände an Kontakten. Die Folgen reichen von sporadischen Störungen bis zum kompletten Ausfall der Elektronik.

An Leiterplatten entstehen zunächst dünne Oxidschichten, die den Stromfluss behindern. Kupferleiterbahnen werden porös und brechen schließlich. Kontakte in Relais und Steckverbindungen entwickeln isolierende Schichten, die Fehlschaltungen verursachen.

Gehäuse aus Aluminium oder Stahl korrodieren und verlieren ihre Abschirmwirkung. Kühlkörper werden weniger effektiv, was zu Überhitzung führt. Besonders problematisch sind intermittierende Fehler, die schwer zu diagnostizieren sind. Die Reparaturkosten übersteigen oft den Wert der beschädigten Komponenten, ganz abgesehen von den Produktionsausfällen.

Wie erkennt man Gasschäden an elektronischen Bauteilen frühzeitig?

Verfärbungen an Kontakten, kristalline Ablagerungen auf Leiterplatten und erhöhte Fehlermeldungen sind typische Anzeichen für Gasschäden. Regelmäßige Sichtkontrollen helfen dabei, Korrosionsschutz zu optimieren und Schäden zu entdecken, bevor größere Probleme entstehen.

Achte auf grünliche oder bläuliche Verfärbungen an Kupferkontakten – das deutet auf Oxidation hin. Weiße, kristalline Ablagerungen entstehen durch salzhaltige Dämpfe. Schwarze Flecken auf Silberkontakten zeigen Sulfidbildung an.

Messverfahren wie Korrosions-Kupons liefern objektive Daten über die Luftqualität. Diese kleinen Metallplättchen werden in der Anlage platziert und nach einigen Wochen analysiert. Häufigere Ausfälle bestimmter Komponenten oder steigende Wartungskosten sind ebenfalls Warnsignale. Dokumentiere alle Auffälligkeiten systematisch, um Muster zu erkennen.

Wie schützt Dolge Systemtechnik ihre Schaltanlagen vor korrosiven Gasen?

Wir nutzen chemisorptive Luftfiltration, um korrosive Gase chemisch zu neutralisieren, bevor sie elektronische Bauteile erreichen. Unsere Systeme bieten zuverlässigen Schutz in allen Industriebereichen, von Papiermaschinen bis zu Rechenzentren.

Unser Ansatz umfasst:

  • Luftqualitätsmessung mit Korrosions-Kupons zur Bewertung der aktuellen Belastung
  • Maßgeschneiderte Filtersysteme für spezifische Gasgemische in deiner Anwendung
  • Überdruckanlagen (PPU) für einzelne Schaltschränke mit sauberer Zuluft
  • Umluftanlagen (CAS) für größere Räume mit kontinuierlicher Luftreinigung
  • Deep Bed Scrubber (DBS) für extreme Belastungen in der Schwerindustrie

Die chemisorptive Filtration verändert schädliche Gase chemisch und macht sie unschädlich. Im Gegensatz zu herkömmlichen Filtern, die nur Partikel zurückhalten, neutralisieren unsere Medien auch gasförmige Kontaminanten zuverlässig.

Schütze deine wertvollen Anlagen vor kostspieligen Gasschäden. Kontaktiere uns unter +49 (0) 5651-2273-0 für eine kostenlose Beratung und Luftqualitätsmessung vor Ort.

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    Andreas Peetz

    Leiter Innendienst

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