Moderne Elektronikfertigung mit Korrosionsschutz, metallische Produktionslinien und Leiterplatten in sterilem Reinraum

Welche Branchen benötigen besonderen Korrosionsschutz?

Korrosionsschutz ist nicht für alle Branchen gleich wichtig, aber in bestimmten Industrien kann fehlender Schutz zu teuren Ausfällen und Sicherheitsrisiken führen. Besonders Branchen mit aggressiven Gasen in der Produktionsumgebung benötigen speziellen Korrosionsschutz für ihre Steuerelektronik. Dazu gehören die Papierindustrie, Metallurgie, Petrochemie, Abwassertechnik und Rechenzentren. Die Herausforderung liegt darin, dass gasförmige Schadstoffe oft unsichtbar wirken und Schäden erst erkannt werden, wenn kostspielige Ausfälle bereits eingetreten sind.

Was ist Korrosion und warum ist sie für manche Branchen gefährlicher?

Korrosion bezeichnet die schleichende Zerstörung von Materialien durch chemische oder elektrochemische Reaktionen mit ihrer Umgebung. Bei der gasförmigen Korrosion greifen Luftschadstoffe wie Schwefelwasserstoff, Chlor oder Stickoxide empfindliche elektronische Bauteile an. Die Kontakte und Leiterbahnen in der Steuerelektronik werden dabei beschädigt, was zu Fehlfunktionen oder Totalausfällen führt.

Manche Branchen sind besonders gefährdet, weil ihre Produktionsprozesse aggressive Gase freisetzen. In der Papierindustrie entstehen beispielsweise schwefelhaltige Verbindungen, in der Metallurgie Säuredämpfe und in Abwasseranlagen Ammoniak. Diese Gase sind nicht nur für Menschen unangenehm oder gefährlich, sondern greifen auch Elektronik an.

Die ISA-71.04-2013 Norm definiert Luftqualitätsklassen für elektronische Umgebungen. Die Klasse G1 gilt als akzeptabler Standard, bei dem die Korrosionsrate so gering ist, dass Elektronik nicht gefährdet wird. Viele Anlagenhersteller geben nur dann Garantie, wenn die Luftqualität diesem Standard entspricht. Liegt die Belastung darüber, steigt das Risiko für Korrosionsschäden erheblich.

Welche Branchen sind am stärksten von Korrosion betroffen?

Die Branchen mit dem höchsten Korrosionsrisiko haben eines gemeinsam: In ihren Produktionsumgebungen entstehen aggressive Gase, die moderne Steuerelektronik angreifen. Hier sind die Hauptbranchen im Detail:

Papierindustrie

In Papierfabriken entstehen während des Produktionsprozesses schwefelhaltige Gase und andere aggressive Verbindungen. Diese Gase greifen die Steuerungssysteme von Hochleistungs-Papiermaschinen an. Ein Ausfall der Elektronik führt zu kostspieligen Produktionsunterbrechungen, da diese Maschinen rund um die Uhr laufen müssen.

Metallurgie

Beim Schmelzen und Verarbeiten von Metallen werden Schwefelverbindungen und Säuredämpfe freigesetzt. Diese Gase sind nicht nur gefährlich für Menschen, sondern zerstören auch elektronische Steuerungssysteme. In dieser Branche ist Korrosionsschutz sowohl für die Sicherheit als auch für die Produktivität wichtig.

Petrochemie

Raffinerien und petrochemische Anlagen setzen Kohlenwasserstoffe und Schwefelwasserstoff (H2S) frei. Diese Gase sind hochkorrosiv und greifen empfindliche Prozessleittechnik an. Da in dieser Branche komplexe und sicherheitskritische Prozesse ablaufen, kann ein Elektronikausfall gravierende Folgen haben.

Abwassertechnik

Kläranlagen und Abwasserbetriebe kämpfen mit Schwefelwasserstoff und Ammoniak. Diese Gase entstehen bei biologischen Abbauprozessen und sind extrem korrosiv. Die Steuerelektronik für Pumpen, Belüftungssysteme und Messgeräte ist permanent diesen Belastungen ausgesetzt.

Rechenzentren

Auch in städtischen Umgebungen können Rechenzentren von Korrosion betroffen sein. Luftverschmutzung durch Verkehr, nahegelegene Industrie oder sogar Bauarbeiten kann die empfindliche IT-Infrastruktur gefährden. Hier geht es um die Verfügbarkeit kritischer Daten und Dienste.

Wie erkennt man, ob die eigene Branche Korrosionsschutz braucht?

Du brauchst Korrosionsschutz, wenn deine Elektronik unerklärlichen Ausfällen unterliegt, Verfärbungen an Kontakten sichtbar werden oder Geruchsbelastungen in der Produktionsumgebung auftreten. Auch die räumliche Nähe zu korrosiven Prozessen ist ein klares Warnsignal. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass gasförmige Schadstoffe bereits wirken.

Um das Korrosionsrisiko objektiv zu bewerten, gibt es bewährte Messmethoden:

  • Korrosionsklassifizierungs-Coupons sind kleine Metallplättchen, die in der Umgebung platziert werden. Nach einer bestimmten Zeit zeigt die Analyse, wie stark die Korrosionsbelastung ist. Diese Methode ist kostengünstig und liefert schnell aussagekräftige Ergebnisse.
  • Kontinuierliche Luftüberwachung mit Sensoren erfasst die Korrosivität in Echtzeit. Diese Systeme messen den Korrosionsfilmaufbau und warnen, wenn kritische Werte erreicht werden.
  • Laboranalysen der Raumluft identifizieren die spezifischen Schadgase und deren Konzentration.

Ein wichtiger Hinweis sind auch die Garantiebedingungen deiner Anlagenhersteller. Viele gewähren nur dann Garantie, wenn die Luftqualität dem G1-Standard nach ISA-71.04-2013 entspricht. Liegt die Belastung darüber, erlischt oft der Garantieanspruch bei korrosionsbedingten Schäden.

Was passiert, wenn Korrosionsschutz fehlt?

Ohne Korrosionsschutz führen gasförmige Schadstoffe zu schleichenden Schäden an der Elektronik, die oft erst bemerkt werden, wenn teure Ausfälle eintreten. Die Folgen sind vielfältig und können Unternehmen erheblich belasten.

Produktionsausfälle durch Elektronikversagen sind die direkteste Konsequenz. Wenn eine Steuerung mitten im Produktionsprozess ausfällt, steht die gesamte Anlage still. In der Papierindustrie oder Petrochemie können solche Stillstände Zehntausende Euro pro Stunde kosten.

Die Lebensdauer teurer Steuerungssysteme verkürzt sich drastisch. Elektronik, die normalerweise zehn Jahre oder länger halten sollte, fällt bereits nach wenigen Jahren aus. Die Ersatzbeschaffung und Installation neuer Systeme verursacht hohe Kosten.

In sicherheitskritischen Bereichen wie der Metallurgie oder Petrochemie können Elektronikausfälle zu Sicherheitsrisiken führen. Wenn Überwachungs- oder Steuerungssysteme versagen, können gefährliche Situationen entstehen.

Der Garantieverlust bei Anlagen ist eine oft übersehene Folge. Wenn die Luftqualität nicht dem G1-Standard entspricht, lehnen viele Hersteller Garantieansprüche ab. Du bleibst auf den Kosten für Reparaturen oder Ersatz sitzen.

Das Tückische an gasförmigen Schadstoffen ist ihre unsichtbare Wirkung. Die Korrosion baut sich langsam auf, ohne dass du es bemerkst. Erst wenn die Elektronik ausfällt, wird das Problem offensichtlich. Dann sind die Schäden aber bereits entstanden und die Reparatur dringend.

Wie Dolge Systemtechnik bei Korrosion hilft

Wir haben uns auf chemisorptive Luftfilterung spezialisiert und schützen seit über 25 Jahren Elektronik vor korrosiven Gasen. Als Master Distributor von Purafil in Nordeuropa greifen wir auf bewährte Technologien der chemischen Gasphasenfiltration zurück. Unser Ansatz geht über die bloße Installation von Filtern hinaus. Wir analysieren deine spezifische Situation, messen die Luftbelastung und entwickeln maßgeschneiderte Lösungen.

Unser Leistungsspektrum umfasst:

  • Mess- und Analyseverfahren zur objektiven Bewertung der Luftqualität in deiner Produktionsumgebung
  • Chemisorptive Filtersysteme, die Schadstoffe nicht nur festhalten, sondern chemisch neutralisieren
  • Maßgeschneiderte Anlagen wie die Positive Pressurization Unit (PPU) für einzelne Schaltschränke oder das Corrosive Air System (CAS) für ganze Räume
  • Deep Bed Scrubber für Umgebungen mit hohen Gaskonzentrationen
  • Kontinuierliche Überwachung mit Systemen wie dem OnGuard 4000

Wir kommen kostenlos und unverbindlich zu dir vor Ort, um uns ein Bild von deinen Herausforderungen zu machen. Auf Basis dieser Analyse entwickeln wir eine Lösung, die zu deiner Branche und deinen Anforderungen passt. Weitere Informationen zu unseren Produkten findest du auf unserer Website. Kontaktiere uns unter +49 (0) 5651-2273-0 oder per E-Mail an mail@dolge-systemtechnik.de für eine erste Beratung.

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    Andreas Peetz: Experte für Elektronik-Korrosion und Gase

    Andreas Peetz

    Leiter Innendienst

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