Korrosion an elektronischen Komponenten und Steuerungssystemen ist ein Problem, das schnelles Handeln erfordert. Wenn du bereits Korrosionsschäden entdeckt hast, musst du zuerst den Umfang bewerten, dann Sofortmaßnahmen ergreifen und schließlich die Ursache beseitigen. Eine Reparatur ist nur bei leichten Schäden möglich, während fortgeschrittene Korrosion meist den Austausch betroffener Teile erfordert. Der wichtigste Schritt ist jedoch, weitere Korrosion durch geeignete Luftreinigung zu verhindern.
Woran erkenne ich, dass bereits Korrosion vorhanden ist?
Korrosion an Elektronik zeigt sich durch sichtbare Verfärbungen, grünliche oder bläuliche Ablagerungen auf Kontakten und Leiterbahnen sowie durch weiße kristalline Beläge. Diese Anzeichen findest du vor allem an Anschlussklemmen, Steckverbindungen und auf Platinen. Dazu kommen funktionale Symptome wie unerklärliche Systemausfälle, Fehlfunktionen oder Kommunikationsstörungen zwischen Komponenten.
Die visuellen Indikatoren sind oft das erste Warnsignal. Kupfer verfärbt sich grün, während Zinn und Silber schwarz anlaufen. Aluminium bildet weiße, pulvrige Ablagerungen. Diese Veränderungen treten besonders dort auf, wo aggressive Gase wie Schwefelwasserstoff, Chlor oder Stickoxide auf Metalloberflächen treffen.
Funktionale Symptome sind manchmal schwieriger zu interpretieren. Wenn deine Steuerungssysteme sporadisch ausfallen, Sensoren falsche Werte liefern oder Kommunikationsverbindungen abbrechen, kann Korrosion die Ursache sein. Diese Probleme treten oft schleichend auf und verschlimmern sich mit der Zeit.
Achte auch auf ungewöhnliche Gerüche in Technikräumen. Der typische Geruch nach faulen Eiern deutet auf Schwefelwasserstoff hin, während ein stechender Chlorgeruch auf chlorhaltige Gase hinweist. Beide fördern Korrosion massiv.
Wie bewerte ich den Umfang der Korrosionsschäden?
Die Schadensbewertung beginnt mit einer systematischen visuellen Inspektion aller elektronischen Komponenten und Steuerungssysteme. Dokumentiere jeden Befund mit Fotos und notiere die genauen Positionen betroffener Bauteile. Diese Dokumentation hilft dir später bei der Entscheidung über Reparatur oder Austausch und dient als Nachweis für Versicherungen oder Garantieansprüche.
Bei der visuellen Prüfung reicht oft eine gute Taschenlampe und eine Lupe. Öffne Schaltschränke, entferne Abdeckungen und inspiziere alle zugänglichen Bereiche. Achte besonders auf Bereiche mit schlechter Luftzirkulation, da sich dort Schadstoffe konzentrieren.
Für eine genauere Bewertung brauchst du professionelle Messverfahren. Korrosions-Kupons messen das tatsächliche Korrosionspotenzial deiner Umgebung über einen definierten Zeitraum. Diese kleinen Metallplättchen werden an kritischen Stellen platziert und nach einigen Wochen analysiert. Sie zeigen dir, wie aggressiv die Luftbelastung wirklich ist.
Elektronische Messgeräte wie der OnGuard 4000 erfassen kontinuierlich den Korrosionsfilmaufbau und warnen dich frühzeitig vor kritischen Zuständen. Solche Systeme sind besonders in Umgebungen mit schwankender Luftqualität sinnvoll, etwa in der Papierindustrie oder Metallurgie.
Wann reicht eine oberflächliche Prüfung? Wenn du nur leichte Verfärbungen an wenigen Stellen siehst und keine funktionalen Probleme auftreten, genügt oft eine einfache Inspektion. Bei wiederholten Ausfällen, großflächigen Ablagerungen oder in sicherheitskritischen Bereichen brauchst du jedoch eine detaillierte Analyse durch Fachleute.
Kann man Korrosionsschäden an Elektronik überhaupt reparieren?
Leichte Korrosionsschäden sind reparierbar, wenn die Korrosion nur oberflächlich ist und keine Strukturen zerstört hat. Bei fortgeschrittener Korrosion, die bereits Leiterbahnen unterbrochen oder Kontakte durchfressen hat, bleibt meist nur der Austausch. Die Reparaturfähigkeit hängt vom Korrosionsgrad, der Zugänglichkeit betroffener Bauteile und den Kosten im Verhältnis zum Neuwert ab.
Oberflächliche Korrosion kannst du durch vorsichtiges Reinigen mit geeigneten Lösungsmitteln und Kontaktsprays entfernen. Danach solltest du die gereinigten Bereiche mit Schutzlack versiegeln. Diese Maßnahme funktioniert gut bei leichten Verfärbungen an Steckverbindungen oder Anschlussklemmen.
Mittelschwere Korrosion erfordert oft das Austauschen einzelner Komponenten wie Relais, Steckverbinder oder Platinen. Wenn nur wenige Bauteile betroffen sind, ist dieser Ansatz wirtschaftlich sinnvoll. Du solltest jedoch bedenken, dass benachbarte Komponenten ebenfalls gefährdet sein können.
Irreversible Schäden liegen vor, wenn Korrosion die Metallstruktur angegriffen hat. Durchkorrodierte Leiterbahnen, zerstörte Kontaktflächen oder beschädigte Chipgehäuse lassen sich nicht mehr reparieren. In solchen Fällen musst du die gesamte Baugruppe ersetzen.
Die Entscheidung zwischen Reparatur und Austausch hängt auch von der Verfügbarkeit der Komponenten ab. Bei veralteten Systemen sind Ersatzteile oft schwer zu beschaffen, was eine Reparatur erschwert. Moderne Steuerungen lassen sich meist problemlos austauschen.
Faktoren für die Reparaturentscheidung
- Umfang und Tiefe der Korrosionsschäden
- Alter und Verfügbarkeit der betroffenen Komponenten
- Kosten der Reparatur im Verhältnis zum Neuwert
- Ausfallrisiko nach der Reparatur
- Zeitdruck für die Wiederinbetriebnahme
Was sollte ich sofort tun, wenn ich Korrosion entdecke?
Schalte betroffene Systeme kontrolliert ab, wenn die Betriebssicherheit gefährdet ist. Dokumentiere den Zustand mit Fotos und notiere alle Auffälligkeiten. Isoliere wenn möglich die betroffenen Bereiche von weiterer Schadstoffexposition und informiere deine Wartungsabteilung oder externe Fachleute. Diese Sofortmaßnahmen verhindern weitere Schäden und ermöglichen eine fundierte Problemanalyse.
Die Abschaltung solltest du nur vornehmen, wenn akute Gefahren wie Kurzschlüsse oder Brandrisiken bestehen. In vielen Fällen ist es besser, Systeme weiterlaufen zu lassen und parallel Maßnahmen zu planen. Ein ungeplanter Produktionsstopp kann teurer sein als kontrolliertes Weiterarbeiten unter Beobachtung.
Deine Dokumentation sollte folgende Punkte umfassen: Zeitpunkt der Entdeckung, genaue Position der Korrosion, Ausmaß der sichtbaren Schäden, aufgetretene Funktionsstörungen und Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Diese Informationen helfen bei der Ursachenanalyse.
Vermeide es, korrodierte Komponenten ohne Fachkenntnis zu reinigen oder zu manipulieren. Unsachgemäße Eingriffe können die Schäden verschlimmern oder wichtige Spuren für die Ursachenanalyse zerstören. Warte auf professionelle Unterstützung.
Sorge für bessere Belüftung in betroffenen Bereichen, wenn das möglich ist. Öffne Türen oder schalte Lüftungen ein, um die Schadstoffkonzentration zu reduzieren. Das ist eine einfache Sofortmaßnahme, die weitere Korrosion verlangsamt.
Wie verhindere ich, dass die Korrosion weiter fortschreitet?
Die Beseitigung der Korrosionsursache ist wichtiger als die Schadensbehebung. Du musst die Schadstoffquelle identifizieren und eliminieren oder die Elektronik durch geeignete Luftreinigung schützen. Ohne diese Maßnahmen kehrt die Korrosion zurück, selbst nach teuren Reparaturen. Effektiver Korrosionsschutz kombiniert Umgebungskontrolle, Luftfiltration und bauliche Anpassungen.
Die Umgebungskontrolle umfasst Temperatur- und Feuchtigkeitsmanagement. Halte die relative Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent, da Korrosion bei höheren Werten beschleunigt wird. Klimatisierte Räume schützen Elektronik besser als ungeregelte Umgebungen.
Luftreinigung durch chemisorptive Filterung entfernt aggressive Gase aus der Luft, bevor sie Elektronik erreichen. Diese Filter neutralisieren Schadstoffe chemisch und bieten deutlich besseren Schutz als einfache Partikelfilter. Systeme mit Überdruckbelüftung halten kontaminierte Außenluft von sensiblen Bereichen fern.
Bauliche Maßnahmen wie die Abdichtung von Schaltschränken oder die räumliche Trennung von Schadstoffquellen und Elektronik reduzieren die Exposition. In der Papierindustrie etwa sollten Steuerungsräume physisch von Produktionsbereichen getrennt und mit eigener Luftversorgung ausgestattet sein.
Regelmäßige Überwachung der Luftqualität mit Korrosionskupons oder elektronischen Sensoren warnt dich frühzeitig vor kritischen Zuständen. So kannst du rechtzeitig gegensteuern, bevor Schäden entstehen. Die Investition in Überwachungssysteme zahlt sich durch vermiedene Ausfälle schnell aus.
Präventive Maßnahmen im Überblick
- Kontrolle von Luftfeuchtigkeit und Temperatur
- Installation chemisorptiver Luftfiltersysteme
- Überdruckbelüftung in Technikräumen
- Räumliche Trennung von Schadstoffquellen und Elektronik
- Regelmäßige Luftqualitätsüberwachung
- Abdichtung von Schaltschränken und Gehäusen
Wie Dolge Systemtechnik bei Korrosion hilft
Wir bieten dir umfassende Lösungen für bestehende Korrosionsprobleme und deren Prävention. Unser ganzheitlicher Ansatz beginnt mit einer kostenlosen Analyse deiner Luftqualität vor Ort und führt zu maßgeschneiderten Schutzkonzepten für deine spezifische Situation.
Unsere Dienstleistungen umfassen:
- Corrosion Classification Coupons (CCC) zur schnellen und kostengünstigen Bewertung des Korrosionspotenzials in deinen Räumen
- OnGuard 4000 Messsysteme für kontinuierliche Überwachung der Korrosivität nach ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013
- Purafil Positive Pressurization Units (PPU) zum Schutz einzelner Schaltschränke oder Technikräume durch gefilterte Überdruckbelüftung
- Purafil Corrosive Air Systems (CAS) für Umluftreinigung in geschlossenen Räumen mit sensibler Elektronik
- Purafil Deep Bed Scrubber (DBS) für hochkonzentrierte Gase in industriellen Umgebungen wie Raffinerien oder Stahlwerken
Mit über 25 Jahren Erfahrung in der chemisorptiven Luftfiltration kennen wir die Herausforderungen in Papierindustrie, Metallurgie, Petrochemie und anderen korrosionsgefährdeten Branchen. Wir kommen gerne zu dir vor Ort, analysieren deine individuelle Situation und entwickeln ein passendes Schutzkonzept.
Kontaktiere uns für eine kostenlose und unverbindliche Beratung unter +49 (0) 5651-2273-0 oder per E-Mail an mail@dolge-systemtechnik.de. Gemeinsam stoppen wir die Korrosion und schützen deine Elektronik langfristig.










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