Kann man Korrosion durch Luftreinigung reduzieren?

Ja, gezielte Luftreinigung kann Korrosion deutlich reduzieren. Spezielle Luftreinigungssysteme entfernen aggressive Gase aus der Luft, bevor sie Elektronik und Metallteile angreifen. Besonders chemisorptive Filtertechnologien neutralisieren Schadstoffe chemisch und bieten so wirksamen Korrosionsschutz in industriellen Umgebungen. Die richtige Luftreinigung verlängert die Lebensdauer von Steuerelektronik und verhindert kostspielige Produktionsausfälle.

Was verursacht Korrosion in industriellen Umgebungen?

Korrosion in Industrieumgebungen entsteht hauptsächlich durch gasförmige Schadstoffe in der Luft. Schwefelverbindungen, Chlorgase, Ammoniak und andere aggressive Gase reagieren mit Metalloberflächen und elektronischen Komponenten. Diese chemischen Reaktionen führen zu Oxidation, die Leiterbahnen zerstört und elektronische Bauteile beschädigt.

In der Papierindustrie entstehen besonders aggressive Schwefelverbindungen während der Zellstoffherstellung. Diese Gase greifen die empfindliche Steuerelektronik von Hochleistungs-Papiermaschinen an. Schon geringe Konzentrationen reichen aus, um innerhalb weniger Monate erhebliche Schäden zu verursachen.

Die Metallurgie setzt bei Schmelz- und Verarbeitungsprozessen verschiedene korrosive Gase frei. Säuredämpfe und metallhaltige Aerosole bilden aggressive Gemische, die sowohl Menschen als auch Technik gefährden. Besonders kritisch sind Bereiche mit hohen Temperaturen, da sich chemische Reaktionen beschleunigen.

In petrochemischen Anlagen entstehen durch Raffinerieprozesse Schwefelwasserstoff und andere korrosive Gase. Diese Schadstoffe gefährden die komplexe Prozesstechnik und Sicherheitssysteme. Bereits kleine Korrosionsschäden können zu gefährlichen Fehlfunktionen führen.

Wie funktioniert Luftreinigung gegen Korrosion?

Chemisorptive Luftreinigung bindet gasförmige Schadstoffe nicht nur physisch, sondern wandelt sie chemisch um. Spezielle Filtermedien reagieren mit den aggressiven Gasen und neutralisieren sie dauerhaft. Anders als einfache Partikelfilter entfernen diese Systeme molekulare Verunreinigungen, die Korrosion verursachen.

Das Prinzip basiert auf chemischen Reaktionen zwischen Filtermedien und Schadgasen. Die Filtermedien enthalten reaktive Substanzen, die gezielt mit bestimmten Gasen reagieren. Schwefelverbindungen werden beispielsweise zu harmlosen Sulfaten umgewandelt, die fest im Filter gebunden bleiben.

Herkömmliche Luftfilter arbeiten nur mechanisch und können gasförmige Schadstoffe nicht zurückhalten. Sie filtern zwar Staub und Partikel, lassen aber die für Korrosion verantwortlichen Gase ungehindert durch. Für wirksamen Korrosionsschutz sind daher spezialisierte chemisorptive Systeme notwendig.

Die Effektivität zeigt sich besonders bei niedrigen Schadstoffkonzentrationen. Während andere Methoden hier an ihre Grenzen stoßen, arbeitet die Chemisorption auch bei geringen Gasmengen zuverlässig. Das macht sie ideal für den präventiven Schutz empfindlicher Elektronik.

Welche Rolle spielt die ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013?

Die ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013 definiert internationale Standards für Luftqualität in Räumen mit Elektronik. Sie klassifiziert Umgebungen nach ihrer Korrosivität in vier Stufen von G1 (mild) bis GX (extrem). Diese Klassifizierung hilft bei der Beurteilung, ob zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich sind.

Die G1-Klassifizierung gilt als akzeptable Luftqualität für elektronische Geräte. Viele Hersteller gewähren nur dann Garantie, wenn die Luftqualität diesen Standard erfüllt. Liegt die Korrosivität darüber, erlischt oft der Garantieanspruch, da erhöhtes Ausfallrisiko besteht.

Für Betreiber von Steuerelektronik bedeutet die Norm praktische Sicherheit. Sie können durch Messungen feststellen, ob ihre Umgebung die Anforderungen erfüllt. Falls nicht, zeigt die Norm auch, welche Luftreinigungsmaßnahmen nötig sind, um die geforderte Qualität zu erreichen.

Die verschiedenen Luftqualitätsstufen geben Orientierung für unterschiedliche Anwendungen. Rechenzentren benötigen meist G1-Qualität, während weniger kritische Bereiche auch mit G2 auskommen können. Die Norm hilft, Schutzmaßnahmen wirtschaftlich sinnvoll zu dimensionieren.

Wie misst man das Korrosionspotenzial in der Luft?

Das Korrosionspotenzial lässt sich durch Korrosionscoupons und kontinuierliche Überwachungssysteme messen. Korrosionscoupons sind kleine Metallplättchen, die für einen definierten Zeitraum der Raumluft ausgesetzt werden. Nach der Exposition zeigt die Oberflächenveränderung das Korrosionsrisiko.

Die Coupon-Methode ist kostengünstig und liefert aussagekräftige Ergebnisse ohne aufwendige Installation. Die Plättchen werden einfach im Raum platziert und nach etwa 30 Tagen im Labor analysiert. Die Auswertung zeigt, welcher Korrosivitätsklasse die Umgebung entspricht.

Kontinuierliche Überwachungssysteme arbeiten mit Sensoren, die den Korrosionsfilmaufbau in Echtzeit erfassen. Diese Geräte messen laufend und warnen automatisch, wenn kritische Werte überschritten werden. Sie eignen sich besonders für Umgebungen mit schwankenden Bedingungen.

Messungen sollten bei der Inbetriebnahme neuer Anlagen durchgeführt werden. Auch nach Prozessänderungen oder bei unerklärlichen Elektronikausfällen sind Messungen sinnvoll. In kritischen Bereichen empfiehlt sich eine jährliche Kontrolle, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Welche Luftreinigungssysteme eignen sich für Korrosionsschutz?

Für Korrosionsschutz eignen sich drei Hauptsystemtypen: Überdruckanlagen, Umluftanlagen und Deep Bed Scrubber. Die Wahl hängt von Raumgröße, Schadstoffart und Konzentration ab. Jedes System hat spezifische Stärken für unterschiedliche Anwendungen.

Überdruckanlagen schützen einzelne Schaltschränke oder kleine Räume durch gefilterte Zuluft. Sie erzeugen einen leichten Überdruck, der verhindert, dass ungefilterte Luft eindringt. Diese Systeme arbeiten unabhängig und eignen sich besonders für lokalen Schutz kritischer Komponenten.

Umluftanlagen reinigen die vorhandene Raumluft kontinuierlich im Kreislauf. Sie benötigen keine Außenluftanbindung und sind flexibel einsetzbar. Für Räume mit moderater Schadstoffbelastung bieten sie eine wirtschaftliche Lösung mit geringem Installationsaufwand.

Deep Bed Scrubber sind für hohe Schadstoffkonzentrationen ausgelegt. Sie enthalten große Mengen Filtermedien und können auch aggressive Gasgemische zuverlässig neutralisieren. In Raffinerien, Stahlwerken oder Chemieanlagen sind sie oft die einzige wirksame Lösung.

Bei der Systemauswahl zählt die tatsächliche Schadstoffbelastung. Eine vorherige Messung zeigt, welches System ausreichend dimensioniert ist. Zu klein ausgelegte Anlagen bieten keinen ausreichenden Schutz, während überdimensionierte Systeme unnötige Kosten verursachen.

Wie wir bei Korrosion helfen

Mit über 25 Jahren Erfahrung bieten wir umfassende Lösungen für Korrosionsschutz durch Luftreinigung. Unser Ansatz beginnt mit einer gründlichen Analyse Ihrer individuellen Situation vor Ort.

Unsere Leistungen umfassen:

  • Kostenlose Messung des Korrosionspotenzials in Ihren Räumen
  • Analyse der Luftqualität nach ANSI/ISA Norm ISA-71.04-2013
  • Beratung zur optimalen Systemauswahl für Ihre Anforderungen
  • Installation chemisorptiver Luftreinigungssysteme
  • Regelmäßige Wartung und Filterwechsel
  • Kontinuierliche Überwachung mit modernen Messsystemen

Als Master Distributor für Purafil in Nordeuropa bieten wir bewährte Technologie für zuverlässigen Korrosionsschutz. Unser eigenes chemisches Labor unterstützt bei der Medienanalyse und ermöglicht maßgeschneiderte Lösungen.

Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung. Wir kommen gerne zu Ihnen vor Ort, um Ihre spezifischen Herausforderungen zu analysieren und die passende Lösung zu entwickeln. Rufen Sie an unter +49 (0) 5651-2273-0 oder schreiben Sie an mail@dolge-systemtechnik.de.

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    Andreas Peetz

    Leiter Innendienst

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